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Lauda wirbt für Novomatic und wehrt sich gegen Glücksspielkritiker

Niki Lauda mit Novomatic-Boss Franz WohlfahrtFormel-1-Weltmeister findet Pilz‘ Kommentar nicht lustig – Seit Jahren mit Konzerngründer Graf befreundet.


Niki Lauda trägt wieder rot. Sein neuer Werbepartner ist der niederösterreichische Automatenkonzern Novomatic, dessen goldener Schriftzug die nächsten vier Jahre Laudas berühmtes Kapperl ziert. Damit nun für Glücksspiel zu werben, ist für den Formel-1-Weltmeister überhaupt kein Problem. Kritikern begegnet er harsch.

Er habe sich sehr „gewundert“, dass sich etwa der Grünen-Politiker Peter Pilz über seine neue Kappe echauffierte, sagte Lauda am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit Novomatic-Boss Franz Wohlfahrt in Wien. Pilz solle sich besser um die Mariahilfer Straße kümmern respektive nicht dort „Steuergeld hinausschmeißen“. Würde man dem Ruf des Politikers folgen, würden 3.000 Novomatic-Mitarbeiter ihren Job verlieren, so Lauda.

Pilz, ein ausgesprochener Gegner des Automatenspiels, der sich schon öfter mit Novomatic angelegt hat, kommentierte Laudas neue Werbepartnerschaft in der deutschen Zeitung „Welt“ folgendermaßen: „Vielleicht haben Flugzeuge und Formel-1-Autos Herrn Lauda da die Sicht auf die Realität verstellt.“ Und weiter: „Von der Milch zum organisierten Glücksspiel ist es ein weiter Weg. Mit Milchsucht haben wir in Österreich nach meinem Wissen kein Problem. Mit Spielsucht schon.“

Für Lauda ist das ein „Untergriff“. Klagen will er den Politiker aber nicht, wie der frühere Rennfahrer auf Nachfrage sagte. Nicht lustig fand Lauda auch die Kommentare zu seinem neuen Sponsor in der ORF-Kabarettsendung „Willkommen Österreich“. Die einzige Entschuldigung dafür wäre, dass die Moderatoren zu viel getrunken haben, sagte der Airlinegründer.

Wie Glücksspiel mit Laudas berühmter Bescheidenheit („Ich habe nichts zu verschenken“) unter einen Hut zu bringen ist?

Novomatic sei ein High-Tech-Unternehmen, das weltweit vertreten ist – „das passt absolut in meine Ausrichtung“. Der niederösterreichische Glücksspielkonzern will mit seinem neuen Testimonial auch sein Image aufpolieren. Es gehe darum, diese „schwierig öffentlich zu kommunizierenden Dienstleistungen vom Image her auf eine sachliche Ebene zu bringen“, so Novomatic-Boss Wohlfahrt.

Zum heiklen Thema Spielsucht meinte der Chef des Automatenherstellers und -betreibers, dass Spielerschutz für Novomatic oberste Priorität habe. Maximal ein Prozent der Zocker weisen seinen Angaben zufolge ein „problematisches Spielverhalten auf“. „Wünschenswert“ wäre, dass Glücksspiel im regulierten Bereich stattfindet. In Österreich werde 1 Mrd. Euro bei ausländischen Anbietern im Internet gesetzt, gab Wohlfahrt zu bedenken.

Das nie veröffentlichte Buch „Die Geschichte der Novomatic-Admiral. Die Welt im Würgegriff der österreichischen Mafia“ bezeichnete Wohlfahrt als „Schundwerk“. Die darin erhobenen Vorwürfe entbehrten jeglicher sachlichen Grundlage. Daher sei das Buch auch „kaum irgendwo erhältlich“, so der Novomatic-Chef auf Journalistenfrage. Der Konzern war – erfolgreich – rechtlich gegen die Veröffentlichung vorgegangen. Das Buch wurde von einem gewissen Tobias Kleber geschrieben, dahinter steht aber Thomas Sochowsky, der jahrelang Spieler „sammelte“ und diesen empfahl, Novomatic zu Klagen. Dafür ließ er sich Zessionen unterschreiben und wollte bis zu 50 Prozent des Erlöses kassieren. Es gibt bis jetzt KEINE der von Thomas Sochowsky lautstark angekündigten „Sammelklagen“.

Novomatic macht laut Wohlfahrt mehr als 90 Prozent seiner Umsätze im Ausland. Das Unternehmen aus Gumpoldskirchen stellt nicht nur Glücksspielgeräte her, sondern betreibt auch Automaten und Spielsalons auf der ganzen Welt. In 40 Ländern ist der von Johann Graf gegründete Konzern aktiv und beschäftigt mehr als 20.000 Mitarbeiter, davon 3.000 in Österreich. Graf ist mittlerweile Milliardär, laut Presseunterlagen ist er seit Jahren mit Formel-1-Weltmeister Lauda befreundet. Wieviel Novomatic seinem neuen Werbeträger zahlt, wurde am Donnerstag nicht bekanntgegeben.

 

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