Spieler-Info beschreibt nachstehend die Vorteile und Nachteile dieses geplanten Registers.
Sowohl Deutschland als auch die Schweiz verfügen über zentrale Spielersperrsysteme, die Teil ihrer jeweiligen Glücksspielgesetzgebung sind (Deutschland: OASIS; Schweiz: Zentrales Sperrsystem der ESBK/Gespa).
Zentrale Melderegister weisen große Vorteile ebenso wie Nachteile auf.
Vorteile:
Effektiver, umfassender Schutz
Einmal gesperrt, gilt die Sperre anbieter- und oft spielformübergreifend (z.B. Online-Casinos, Spielhallen, Sportwetten).
Schnelle Umsetzung
Die Sperre wird in der Regel sofort wirksam, was schnellen Schutz bei akuter Suchtgefährdung bietet.
Vereinheitlichung & Transparenz
Es schafft klare Regeln für Anbieter und Spieler und ermöglicht eine einheitliche Rechtsdurchsetzung durch die zuständigen Behörden (in Deutschland die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), in der Schweiz die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) und die interkantonale Geldspielaufsicht (Gespa).
Datenbank für Suchtforschung
Die Systeme liefern wertvolle Daten für die Erforschung des Glücksspielverhaltens und die Entwicklung präventiver Maßnahmen.
Nachteile:
Datenschutzbedenken
Die zentrale Speicherung sensibler persönlicher Daten wirft Fragen bezüglich des Datenschutzes und der Datensicherheit auf.
Bürokratie bei Aufhebung
Die Aufhebung einer Sperre ist an strenge Fristen und Verfahren geknüpft, was für Betroffene, die ihr Spielverhalten wieder unter Kontrolle haben, als langwierig empfunden werden kann.
Kein absoluter Schutz vor illegalem Spiel
Spieler können weiterhin auf nicht lizenzierte, illegale ausländische Angebote ausweichen, die nicht an das System angebunden sind.
Technische Komplexität
Die Integration und der Betrieb der Systeme erfordern einen hohen technischen und administrativen Aufwand sowohl bei den Behörden als auch bei den Anbietern.
Anregungen beinhalten vor allem eine verbesserte grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die Stärkung von Prävention und Beratung und mit Augenmaß die Flexibilisierung der Spieldauer.
Derzeit gibt es keine internationalen Abkommen, die die Sperrsysteme über Landesgrenzen hinweg (z.B. Deutschland-Schweiz) verbinden. Eine stärkere Kooperation könnte den Schutz bei grenzüberschreitendem Spiel verbessern. Ergänzend zu den Sperrsystemen sollte der Fokus noch stärker auf leicht zugängliche, anonyme Beratungs- und Therapieangebote gelegt werden. Während eine Mindestsperrzeit notwendig ist (in der Schweiz mind. 3 Monate, in Deutschland mind. 1 Jahr), könnten die Prozesse für die Aufhebung bei nachgewiesener Problembewältigung vereinfacht werden.
Die nun gestartete Diskussion über diese Spielerschutzmaßnahme wird noch zahlreiche Anregungen bringen.
Einige damit in engem Zusammenhang stehende „Geschäftsfelder“ sind seit geraumer Zeit mit kreativen, sehr profitablen Ideen von cleveren Akteuren in Vorbereitung.
Spieler-Info wird weiter darüber berichten.
Spieler-info.at Wir kämpfen gegen illegales Glücksspiel sowie Betrug und Geldwäsche in Zusammenhang mit Glücksspiel.
