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Startschuss für Online-Spielotheken

Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay (Ausschnitt)

Staat holt Milliardenmarkt aus Illegalität – Branchenriese Gauselmann mehrfach vertreten – Kritik von Suchthilfe

Jahrelang sind Online-Spielotheken in Deutschland illegal oder in einer Grauzone betrieben worden. Der mutmaßliche Milliardenmarkt fand weitgehend vorbei am deutschen Staat und damit auch ohne Einnahmen für den Fiskus statt. Mit dem neuen Glücksspielvertrag hat sich das geändert – und Online-Glücksspiele werden unter Auflagen legal. Zu den ersten staatlich zugelassenen Anbietern gehört der Espelkamper Branchenriese Gauselmann – gleich doppelt. Er hofft auf starkes Wachstum in diesem Segment, das eine andere Zielgruppe anspricht als die stationären Spielotheken, wie Firmensprecher Mario Hoffmeister sagt. Kritik kommt von Suchthelfern.

Gauselmann hat einerseits über seine in Malta ansässige Tochter Cashpoint eine Lizenz zum Angebot von virtuellen Automatenspielen erhalten, zum anderen gemeinsam mit dem österreichischen Wettbewerber Novomatic über die Deutsche Gesellschaft für Glücksspiel (DGGS) die ersten staatlich zugelassenen OnlineSpielotheken hierzulande eröffnet. Die DGGS betreibt die Online-Spielotheken Jackpot-Piraten.de und Bingbong.de. Seit dem Start Mitte Juni hätten sich „mehrere Zehntausend Nutzer registriert“, sagt DGGS-Geschäftsführer Florian Werner. Bundesweit sieht er ein Potential von bis zu fünf Millionen Online-Spielern.

Neben weiteren Auflagen etwa in puncto Spielerschutz müssen Anbieter auch Sicherungsleistungen zwischen 5 und 50 Millionen Euro vorweisen. Bis zu 70 Bewerber gibt es dem Vernehmen nach um Lizenzen für OnlineAutomatenspiele. Werner geht zunächst von 40 Wettbewerbern aus – und einem knallharten Konkurrenzkampf. „Ich schätze, dass in zwei Jahren noch 20 übrig sein werden.“ Dazu sollen die beiden Online-Spielotheken der DGGS gehören, die ihren Startvorteil nutzen wollen. Und Gauselmann will mit seiner von den stationären Spielotheken bekannten Marke Merkur natürlich auch ganz vorne mitspielen.

Hunderte in der Szene bekannte Automaten-Spiele bieten die OnlineAbleger an. „Es werden stetig mehr, aber alle Spiele müssen erst behördlich geprüft werden“, sagt Werner. Eine Voraussetzung für die Zulassung sei eine 1:1-Umsetzung von Automatenspielen, die auch in stationären Spielotheken angeboten werden.

„Dort ist aber die Ausschüttungsquote geringer“, sagt Werner. Das dürfte auch am größeren Kostenapparat mit Miete, Energie- und Personalkosten liegen. Dort ist die Rede davon, dass an die Spieler 60 bis 80 Prozent des Einsatzes wieder ausgeschüttet wird. Bei den Online-Spielotheken werden laut Werner rund 90 Prozent der Einsätze ausgezahlt. Auf die entfalle zudem eine Spieleinsatzsteuer von 5,3 Prozent. Werner erwartet „monatliche Umsätze von mehreren Millionen Euro in einigen Jahren“.

Neben den Spielotheken von Merkur und DGGS sind auch Ableger derWettanbieter Tipwin und Mybet zugelassen. Für die Segmente Online-Poker und Online-Casinospiele sind bislang noch keine Anbieter zertifiziert. Werner erklärt, dass diese Sparten für Anbieter finanziell weniger attraktiv seien. Für Online-Casinospiele gebe es zudem auch Lizenzen auf Länderebene.

Zuvor waren Online-Glücksspiele hierzulande illegal oder haben in einer Grauzone stattgefunden. Anbieter mit europäischen Lizenzen beriefen sich auf die Dienstleistungsfreiheit, um in
Deutschland aktiv zu werden. Oder Firmen mit einer Zulassung für Schleswig-Holstein boten Spiele für Nutzer an, die dort ihren gewöhnlichen Wohnsitz haben. Künftig soll es Anbietern an den Kragen gehen, die ohne staatliche Lizenz tätig sind. Die Rede ist von Sperrungen der Internetseiten und Zahlungsdienste. Suchthilfe-Verbände schlagen derweil Alarm. Sie befürchten durch legale und beworbene Online-Angebote das Abdriften weiterer Menschen in die Spielsucht. Auch das gesetzliche Einzahlungslimit von 1000 Euro im Monat sei löchrig und viel zu hoch angesetzt.

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