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Niederlande: Illegaler Markt seit Online-Glücksspiel-Legalisierung geschrumpft

KSA Den Haag, Bild © unsplash.com/Michael Fousert / Map Niederlande, Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay

Laut dem Jahresbericht der niederländischen Glücksspiel-Aufsicht KSA zeigt die Kanalisierung auf den legalen Markt erste Erfolge

Die niederländische Glücksspiel-Aufsicht Kansspelautoriteit (KSA) hat am Freitag ihren Jahresbericht 2021 veröffentlicht. Dieser liefert erstmals eine Übersicht über die sich neu formende Glücksspiel-Landschaft seit der Legalisierung des Online-Glücksspiels im Oktober letzten Jahres. Wie die KSA erklärt, sei der Schwarzmarkt in der Zwischenzeit merklich geschrumpft.

Insgesamt habe die Behörde seit Eröffnung des Bewerbungsverfahren für Online-Glücksspiel-Konzessionen 33 vollständige Bewerbungen erhalten. Zum 1. Oktober seien zunächst zehn Lizenzen vergeben worden. Mittlerweile sei die Anzahl der Lizenznehmer auf 18 gestiegen.

Faktoren einer erfolgreichen Kanalisierung

Eine erste Marktanalyse habe gezeigt, dass Spieler bevorzugt bei legalen Anbietern spielten. So habe der legale Online-Glücksspiel-Markt der Niederlande im vierten Quartal 2021 insgesamt 185,5 Mio. Euro Umsatz generiert. Auch wenn keine Vergleichszahlen für den illegalen Markt vorlägen, sei die Summe Kennzeichen eines erfolgreichen Starts des legalen Glücksspiels.

Weiterhin habe die Analyse von Suchmaschinenanfragen im Herbst 2021 eine klare Kehrtwende gezeigt.

Seit Oktober sind die Suchanfragen für illegale Online-Casinos stark gefallen (Bild: KSA)

Dass der Schwarzmarkt zunehmend kleiner werde, liege jedoch nicht nur daran, dass Spielern nun ein legales und gleichzeitig attraktives Angebot zur Verfügung stehe. So beschreibt die KSA auch ihr im letzten Jahr intensiviertes Vorgehen gegen Anbieter ohne Lizenz als wirksame Maßnahme.

Insgesamt habe die Behörde 2021 Geldstrafen in Höhe von 2.171.250 Euro ausgestellt. Die höchste Strafe habe mit 600.000 Euro der auf Curaçao ansässige Anbieter Virtual Coin Gaming N.V. erhalten. Der maltesische Glückspiel-Konzern Tipico hingegen musste 531.250 Euro Strafe zahlen.

Wie René Jansen, Vorsitzender der KSA, zudem im Vorwort des Jahresberichts erklärt, spiele seiner Ansicht nach auch kontrollierte Werbung für legale Glücksspiel-Produkte eine Rolle. Dem jüngst vom Rechtsschutzminister angekündigtem Teilverbot von Glücksspiel-Werbung gegenüber zeigt er sich kritisch.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um eine weitere Nuance in die Diskussion einzubringen. Das politische Ziel der Modernisierung der Glücksspielgesetze ist es, Spieler von dem illegalen auf den legalen Markt zu kanalisieren. Das geht nicht ohne Werbung. Es ist Aufgabe der Branche, diese sorgfältig und verantwortungsbewusst einzusetzen.“

Den Anbietern müsse dabei ein wichtiger Balanceakt gelingen. Zum einen müssten sie Gelegenheit haben, auf sich aufmerksam zu machen. Zum anderen dürften sie keine direkten Anreize zum Spielen auf ihren Webseiten geben, so Jansen.

Rascher Anstieg der Selbstausschlüsse

Dem Jahresbericht zufolge ist in den letzten fünf Monaten nicht nur der legale Glücksspiel-Markt rasch angewachsen, sondern auch die Zahl der Spieler, die vom Glücksspiel ausgeschlossen sind.

Das nationale Selbstausschluss-Register (CRUKS) ist seit Oktober online und für alle landbasierten und Online-Glücksspiel-Anbieter verpflichtend. Wie die KSA berichtet, seien Ende 2021 insgesamt 6.727 Personen registriert gewesen. Jeder Selbstausschluss oder Fremdausschluss durch Dritte dauere mindestens sechs Monate an.

Mitte März 2022 habe das Ausschlussregister sogar mehr als 10.000 Personen geführt. Obwohl die Zahlen zeigten, dass problematisches Glücksspiel in den Niederlanden sehr präsent sei, sei es positiv zu betrachten, dass die Menschen von CRUKS Gebrauch machten, um ihr Spiel zu kontrollieren.

Für das restliche Jahr 2022 erwarte die Behörde insgesamt ein weiteres Wachstum des legalen Glücksspiel-Marktes. Einige Lizenzanträge seien derzeit in Bearbeitung.

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