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Tiroler Tageszeitung / Glücksspiel statt Musik

Bild © BMF

Die Spielhöllen sind aus dem Stadtbild verschwunden, im Untergrund blüht die Szene aber weiter. Der neueste Schrei: ein als Musikbox getarnter Spielautomat.

InnsbruckDie einst blühende illegale Glücksspielszene ist in Innsbruck auf den ersten Blick ziemlich tot, die meisten Lokale sind geschlossen. Dennoch gibt’s immer wieder Versuche, ins verbotene Geschäft einzusteigen. Zuletzt mit einem Glücksspielautomaten, der wie eine Musikbox funktioniert. Offiziell können die Spieler Lieder gewinnen, die im Lokal abgespielt werden. Inoffiziell schaut es allerdings anders aus. Wie die Polizei herausfand, sind die Musikstücke nur Tarnung, die Gewinne werden in bar ausgezahlt.

Illegales Glücks spiel findet in Innsbruck weiterhin statt. Allerdings jetzt gut getarnt im Untergrund.“,

so Anton Hörhager (Strafamtsleiter).

Eine Polizeistreife ist auf das illegale Gerät in einem Lokal im Innsbrucker Stadtteil Pradl aufmerksam geworden. „Die Beamten haben uns in der Folge alarmiert“, erzählt Anton Hörhager, Leiter des Innsbrucker Strafamts (Landespolizeidirektion): „Wir haben dann am vergangenen Freitag eine Kontrolle durchgeführt.“ Tatsächlich stießen die Beamten auf einen so genannten Funwechsler, der im Gastraum an der Wand angebracht war und an ein Glücksrad erinnert. Wer Geld einwirft und gewinnt, kann je nach Glückssträhne auf einige Musikstücke hoffen. „Der Genuss hält sich aber in Grenzen, da sind nur ein paar Piepstöne zu hören“, meint der Polizeijurist. Was den Spielern offenbar egal ist. Tatsächlich geht’s um Bares. Wer beispielsweise drei Lieder gewinnt, erhält den dreifachen Einsatz zurück. Und wer Pech hat, bekommt nichts – weder Geld noch Piepsmusik.

Da der Lokalbetreiber noch nicht einschlägig aufgefallen ist, kam er mit einem blauen Auge davon. „Wir haben ihn nur beauftragt, das Gerät zu entfernen. Wenn das nicht geschieht, wird der Betrieb zugesperrt“, beschreibt Hörhager die Konsequenzen.

Die so genannten Funwechsler sind nur eine von mehreren Möglichkeiten, weiterhin am illegalen Glücksspiel zu verdienen. „Viel häufiger wird das Verbot in Innsbruck mit Spielen umgangen, die auch in Lokalen stattfinden, aber zum Teil online ablaufen“, erzählt Hörhager. Automaten sind dabei nicht nötig, als Spielgeräte dienen den Zockern die eigenen Handys. „Die Spieler zahlen beim Kellner ihren Einsatz ein und erhalten dafür einen Code, mit dem sie sich auf einer Online-Plattform einloggen und spielen
können“, erläutert der Polizeijurist das System, das immer wieder in Innsbrucker Gaststätten angeboten wird. Diese Art von Glücksspiel hat den Vorteil, dass die Spieler keine Geldbeträge online überweisen müssen. „So bekommt die Familie weniger mit“, vermutet der Strafamtsleiter. Außerdem ist diese Art von Glücksspiel für die Polizei nur schwer aufzudecken. „Automaten sind dafür
ja nicht nötig. Und wenn jemand auf seinem Handy herumtippt, fällt das kaum auf.“

Dennoch sind Automaten in der Innsbrucker Glücksspielszene noch nicht ausgestorben. Erst Ende Juni entdeckten die Beamten des Strafamts in einer Tiefgarage im Zentrum ein geheimes
Spielcasino. Gut versteckt in einer Garagenbox stießen die Polizisten auf 21 Automaten, die mit Strom versorgt und spielbereit waren. Die Geräte wurden beschlagnahmt.

Wohnungen dienten ebenfalls bereits als Spielhöllen, in die nur vertrauenswürdige Stammkunden eingeladen wurden.

„ Automaten sind dafür nicht nötig. Und wenn jemand auf dem Handy herumtippt, fällt das kaum auf“,

so Anton Hörhager (Strafamtsleiter).

Aber auch wenn die Szene nach wie vor vorhanden ist, sind die Goldenen Zeiten in Innsbruck vorbei. Vor knapp zehn Jahren bestimmten Spiellokale das Straßenbild im Bahnhofsviertel. Auch in Tankstellen und Vorstadtbeisln sorgten die schon damals verbotenen Spielautomaten für ein Umsatzplus. Eine Polizeioffensive setzte dem Treiben zumindest an der Oberfläche ein Ende – zahlreiche Spiellokale wurden zugesperrt und die Automaten verschrottet. Im Untergrund wird aber weiter gespielt.

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