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Frankreich beschert Bwin Quartalsverlust

Die Aussichten bleiben positiv, der Kurs der Bwin-Aktie legte am Donnerstag stark zu. In den ersten drei Quartalen hat Bwin 8,7 Mio. Euro Nettogewinn erzielt.

[wien/red/AG] Die Kosten des Marktstarts in Frankreich haben dem Sportwettenanbieter Bwin im dritten Quartal einen Verlust von sechs Mio. Euro nach 7,9 Mio. Euro Gewinn in der Vorjahres-Vergleichsperiode beschert. Der positive Ausblick konnte den (erwarteten) Quartalsverlust an der Börse aber mehr als kompensieren: Die Aktie zog am Donnerstag stark an und lag am Nachmittag mit mehr als fünf Prozent im Plus.

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Kommentar Redaktion Spieler-Info.at

Die Online-Gaming Anbieter stecken im Dilemma: Ihr Geschäftsmodell ist darauf ausgelegt, KEINE Glücksspielsteuern oder Abgaben zu zahlen. Sie verstehen sich als „Steueroptimierer“.

Gegenüber Medien und Anlegern berufen sich die Online-Gaming Anbieter auf „Dienstleistungsfreiheit in der EU“, wobei diese Frage längst eindeutig und mehrfach durch den EuGH geklärt ist: Für Glücksspiele gilt diese Dienstleistungsfreiheit aus guten Gründen, wie Spielerschutz, Betrugsbekämpfung, etc. NICHT. In Wahrheit fürchten die Online-Gaming Anbieter nichts so sehr wie die so oft und angeblich herbeigesehnte Liberalisierung und Regulierung. Diese zumeist von Land zu Land sehr unterschiedliche Regulierung, wie etwa teilweise in Frankreich oder in England, beschert den Online-Gaming Anbietern eine branchenübliche Abgabe oder Steuer. Das ist Gift für die Bilanzen. Wie soll ein Online-Anbieter, der schon ohne Glücksspielabgaben hohe Verluste einfährt (weshalb eigentlich, im Vergleich zu Mitbewerbern??), nach Regulierung und Steuerleistungen in Höhe von bis zu 40% der Nettoeinspielergebnisse plötzlich Gewinne einfahren…

Diese „üblichen“, jedoch NICHT abgeführten Abgaben müssten nach Adam Riese bis jetzt als Nettogewinn bilanziert werden, plus einem branchenüblichen Gewinn in Höhe von ca. 12 -15% des Netto-Spielertrages.

Wo ist dieses Geld, fragt sich der gar nicht mehr geneigte Anleger? Immerhin handelt es sich um riesige Investitionen, welche die Anleger in den letzten Jahren getätigt haben – bald eine Milliarde Euro beim namhaftesten „steueroptimierten“ Online-Anbieter! Wurden vielleicht zu hohe Ausgaben für Sponsoring getätigt? Waren diese wirklich in dieser Höhe gerechtfertigt?

Je mehr Regulierung, desto größer die Verluste, wäre die richtige Schlussfolgerung bei den derzeit am meisten genannten Online-Gaming Anbietern.

Dass es auch anders geht, zeigt die legale Tochterfirma der Österreichischen Lotterien bzw. der Casinos Austria AG: win2day.at ist höchst profitabel – auch bei angemessener Zahlung einer Glücksspielabgabe bzw. Steuer in Höhe von ca. 35% des Netto-Spielertrages (der Prozentsatz variiert je nach Umsatzgröße).

Alleine durch Wachstum oder Neueintritt in Märkte ist die dauernde Verlustquelle der steueroptimierten Gibraltar-Connection nicht erklärbar. Wachstum hat win2day.at ebenfalls, sieht man sich die Entwicklung der letzten Jahre an.

Hinweise für dieses Rätsel werden von Redaktion Spieler-Info.at dankbar entgegengenommen…


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