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Philippinische Glücksspielaufsicht PAGCOR verteidigt Online-Casinos

Bild © CC0 Creative Commons, Pixabay (Ausschnitt)

Casinoonline.de berichtet aktuell, dass Mitte letzter Woche die chinesische Botschaft in Manila die Regierung der Philippinen dazu aufforderte, Online-Glücksspiel im gesamten Land zu verbieten. Tausende von Chinesen, die im philippinischen Glücksspielsektor arbeiten, würden auf diesem Wege in kriminelle Aktivitäten verwickelt werden.

Die philippinische Glücksspielbehörde PAGCOR reagierte nun auf die Vorwürfe Chinas und erklärte diese für unverhältnismäßig. Das Land habe daher keinerlei Absicht, seine Online-Casinos (die sogenannten Philippine Offshore Gaming Operators, kurz POGOs) zu verbieten.

POGOs als wirtschaftliche Goldgrube

Mit Ausnahme der staatlichen Lotterie ist das Glücksspiel in China gänzlich verboten und die chinesische Regierung scheint alles daran zu setzten, ihre Bürger von Casinos, Sportwetten und Co. fernzuhalten.

Dass viele Chinesen trotz allem Mittel und Wege finden, am Glücksspiel teilzunehmen, ist der Regierung schon seit langem ein Dorn im Auge.

Und während nach wie vor Macau (auch dank der chinesischen Touristen) der größte Glücksspielmarkt Asiens bleibt, streben die Philippinen dank ihrer POGOs seit gut drei Jahren rasch nach oben.

Letzten offiziellen Zahlen zufolge hätten die POGOs allein im Jahr 2018 umgerechnet gut 3,24 Mrd. Euro Umsatz generiert, was einem Anstieg von 23 % im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Experten schätzen, dass dieser Trend in den nächsten Jahren fortbestehen wird.

Auch für den philippinischen Arbeitsmarkt seien die POGOs mittlerweile unerlässlich. So beschäftigten die bis vor kurzem 58 POGO Betriebe insgesamt gut 400.000 Angestellte, darin eingeschlossen zahlreiche chinesisch-sprachige Marketingvertreter sowie IT-Experten.

Chinas Aufforderung, diesen mittlerweile gigantisch gewordenen Industriezweig von heute auf morgen zu unterbinden, stieß bei den philippinischen Behörden folglich auf großes Unverständnis und Widerstand.

PAGCOR weist Vorwürfe von sich

Die philippinische Glücksspielaufsicht PAGCOR (Philippines Amusement and Gaming Corportation) erklärte daher nun offiziell, dass man der Forderung Chinas nicht nachkommen werde.

Victor Padilla, der Geschäftsführer von PAGCOR, wies dabei Chinas Vorwürfe, dass die POGOs gezielt chinesische Kunden anwerben würden, zurück. Auch sei keine der durch PAGCOR ausgestellten Lizenzen derzeit in chinesischer Hand.

Des Weiteren seien Chinas „Ängste und Rhetorik unverhältnismäßig“, denn die POGOs seien sowohl mit den national als auch international geltenden Rechten und Gesetzen vereinbar.

Zu dem konkreten Vorwurf, dass chinesische Arbeiter innerhalb der POGO-Institutionen unter schlechten Bedingungen arbeiteten und lebten, sagte er, dass dies eine „Frage der Perspektive“ sei.

Der aktuelle Standpunkt der PAGCOR ist damit unmissverständlich: sollte sich die rechtliche Lage rund um das Glücksspiel auf den Philippinen auf Befehl von Präsident Duterte nicht ändern, werden die POGOs fortbestehen.

Dieser wiederum plane Berichten zufolge, innerhalb der nächsten Wochen intensive Gespräche mit Chinas Präsident XI Jinping zu führen. Das internationale Glücksspiel solle dabei eines der diskutierten Hauptthemen sein.

Zwei weitere Lizenznehmer

Der offenbare Richtungswechsel der Aufsichtsbehörde PAGCOR könnte die Diskussionen zwischen den beiden Präsidenten allerdings erschweren. Schließlich hatte die Behörde erst Mitte des Monats eingewilligt, keinerlei neue Lizenzbewerber mehr zu akzeptieren.

China begrüßte diesen Schritt sehr und äußerte sich positiv zu den vermeintlichen Anti-Glücksspiel-Entwicklungen. Drei Lizenzverfahren befanden sich zu der Zeit der Ankündigung jedoch noch in der Schwebe.

Am letzten Freitag schließlich gab PAGCOR bekannt, dass zwei weitere Lizenzen erfolgreich ausgestellt worden seien. An welche Lizenznehmer diese gingen, wurde dabei nicht spezifiziert.

Die philippinische Lokalzeitung ABS CBN News zitierte dazu PAGCOR Chef Padilla:

Wir haben 60 Lizenznehmer, 48 davon sind aktiv. Viele der Spieler sind Chinesen. In deren Kultur ist das Glücksspiel sehr beliebt. Das bedeutet nicht automatisch, dass alle Spieler Chinesen sind, aber sie kommen aus China.

Eine Aussage, die durchaus noch einmal Öl ins Feuer gießen dürfte. Wie die Gespräche zwischen Duterte und Jinping verlaufen werden und welche Konsequenzen sich daraus für den philippinischen Glücksspielmarkt ergeben, bleibt nun abzuwarten.

Quelle:

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