"Dieses Geld stinkt, Herr Kardinal", so titelte 1967 der Herausgeber und Chefredakteur Gustaf Adolf Jakob Neumann*) in seinem auflagenstarken Wochenblatt "Echo". Das "Echo" meinte damit die Beteiligung der "Kirchenbank" Schelhammer & Schattera (Wien) an der Casinos Austria AG.


Mit steuerlich als Betriebsausgabe anerkannten, hohen Finanzierungsleistungen für den österreichischen Sport wurde ein glamouröses Konstrukt nach typisch österreichischer "Netzwerk-Speisekarte" geschaffen. Natürlich fehlte dabei auch nicht das olympische Komitee. Jedwede Mitbewerber wurden von der Cash-Cow Lotterien und Vollcasinos ferngehalten. Jahrzehntelang - bis zur Jahrtausendwende - funktionierte dieses kunstvolle System ohne geringsten Reibungswiderstand.
Dann trat Österreich der Europäischen Union bei. Und der zweite große österreichische Glücksspielkonzern, die Novomatic-Gruppe in Gumpoldskirchen, entwickelte sich trotz Aussperrung vom österreichischen Markt im rauen internationalen Wettbewerb zu einem der weltgrößten Anbieter integrierter Glücksspieltechnik und Casinobetreiber mit weltweit nun mehr als tausend eigenen Casinobetrieben.
Plötzlich standen sich - für jeden wirtschaftlich Interessierten sichtbar - zwei völlig unterschiedliche Unternehmenskulturen gegenüber: Hier die CASAG-Gruppe - mit einem dichten Netz an untereinander verschachtelten, großteils "eigentümerlosen", von Managerfunktionären geführtes Unternehmen -, dort der eigentümergeführte Konzern mit taffen, schnellhandelnden Managern auf dem internationalen Glücksspielparkett. In den letzten Jahren verdiente die Novomatic-Gruppe jährlich bis zu 500 Mio. Euro (www.novomatic.com), die Casinos Austria Gruppe reüssierte - trotz Monopol und Monopol-Lotto-Gesellschaft (www.casinos.at) nur mit Hilfe "außertourlicher“ Erträge, wie Firmenverkäufen etc.). Während der Gumpoldskirchner Konzern pro Jahr seine Mitarbeiterzahl deutlich erhöht - zwischenzeitlich sind es fast 17.000 weltweit - reduziert der andere, funktionärsgesteuerte Konzern radikal sein Personal.

In der Praxis wird das etwa so aussehen (Spieler-Info.at berichtet aus sehr gut informierter Quelle): 15 neue Vollcasino-Konzessionen, welche jeweils PRO Bundesland - und NICHT pro Standort - ausgeschrieben oder „ausgelobt“ werden. Beispielsweise könnte Kärnten der Novomatic zugesprochen werden und diese kauft dann den Standort Velden eventuell der CASAG ab. Oder so könnte in Niederösterreich die CASAG wieder einen Standort erhalten, sperrt aber Baden zu und geht an die Stadtgrenze zu Wien oder nach Krems.
Die Pokerkonzession (übrigens eine Sensation, dass es eine solche überhaupt gibt) wird natürlich nur für EINEN Standort gelten. Eine "Filialbildung" ist bei den Konzessionen nicht vorgesehen - sonst würde es nicht 15 Casino-Konzessionen geben, sondern 15 mal 9.
Ändern wird sich auch die bemerkenswerte Verflechtung der Lotterien mit einer "VLT"-Konzession. Diese wird derzeit österreichweit von der "winwin" Glücks- und Unterhaltungsspiel BetriebsgesmbH, welche im Eigentum der Casinos Austria AG und der Österreichischen Lotterien steht, gehalten und berechtigt, österreichweit ohne BEBGRENZUNG Geldspielautomaten OHNE Einsatz-LIMIT aufzustellen. Diese "Sonderreglung" ist EU-mäßig nicht haltbar und untergräbt auch alle Bemühungen um eine EU-konforme Lizenzvergabe. Dies gilt auch für die derzeitige Online-Casino-Lizenz, welche die Österreichische Lotterien Gesellschaft m.b.H (www.win2day.at) hält. Aufgrund der EuGH-Entscheide wird es kaum mehr als eine, maximal zwei Online-Lizenzen geben können, zumal ein dann zu erwartender massiver Wettbewerb zu Lasten des Spielerschutzes ginge. Die EU-Bedingungen zwingen jedenfalls zu einer „transparenten und nachvollziehbaren“ Neuvergabe der Konzessionen.
Das österreichische Glücksspielgesetz ist nunmehr eines der strengsten und bestens regulierten der Welt. Ein Vorbild einerseits, eine "Abschreckung" für Glücksritter ohne LEUMUND und ohne nachweisbare, langfristig gewachsene Kapitalbildung. Die Zuteilungsbestimmungen sind nicht nur hinsichtlich der Auswahl der handelnden Bewerber und Personen, sondern auch der überwältigenden technischen Auflagen keine Einladung an Glücksritter. Und das ist gut so. Der Spielerschutz ist für die Glücksspielindustrie eine der wichtigsten Auflagen und auch deren Anliegen. Nur geregelte Märkte sind nachhaltig gute Märkte.
Das große Rennen um die neuen Glücksspiellizenzen beobachtet mit mildem Lächeln in seiner Weildinger Jugendstilvilla Prof. Gustaf Adolf Jakob Neumann. Hin und wieder besucht ihn ein alter, ebenfalls geläuterter Freund: Dr. Leo Wallner. Dieser ist jedoch noch immer im Geschehen fest verankert und - obwohl es in dieser Form so keiner wahrnehmen will - der mächtigste und einflussreichste, rein private Glücksspielunternehmer in der CASAG-Gruppe. Wallner ist Vorstand der MTB Privatstiftung, welche 16% hält. Gemeinsam mit "Freunden" könnte er ohne großes Aufsehen mehr als 50% der CASAG-Anteile unter seiner Führung vereinen. Wenn er WILL. Aber WISSEN tut das keiner. Dr. Leo Wallner ist auch als Senior-Unternehmer und Casino-Manager schwer durchschaubar.
Lesen Sie zu dem Thema auch Wirtschaftsblatt 31.1.2011
Weiters im
Aufsichtsrat der Casinos Austria AG
| Person | Position |
|---|---|
| Prof. Johann F. Graf | Gründete 1980 die Novomatic-Gruppe und ist deren prägender Mehrheitseigentümer. „Mann des Jahres 2009“ des Wirtschaftsmagazins TREND, self-made Milliardär. |
| Dr. Franz Wohlfahrt | Vorstandsvorsitzender der Novomatic-Gruppe seit bald einem Jahrzehnt, Kunstförderer, Vizepräsident des Österreichischen Tennisverbandes, sprintet von Erfolg zu Erfolg, gemeinsam mit |
| Dipl.Ing. Ryszard Presch | Vorstand der Novomatic-Gruppe, Novomatic-Urgestein seit 1980 |
| Mag. Thomas Graf | Vorstand seit Dezember 2010 |
| Mag. Peter Stein | Finanz-Vorstand |
| Senator Herbert Lugmayr | Ehemals Gen.-Dir. Der GiroCredit, energiegeladener, in der Finanzwelt bestens vernetzter AR-Vorsitzender |
| Dr. Gernot Hain | Stv. Aufsichtsratsvorsitzender |
| Mag. Karl Schlögl | Aufsichtsrat |
| Dir. Erich Kirchberger | Stv. Aufsichtsratsvorsitzender |
| Dr. Helmut Jell | Aufsichtsrat |
| Dr. Bernd Oswald | Aufsichtsrat |
Wer über Österreichs größte Glücksspielkonzerne mehr wissen will, liest hier weiter:
Beteiligungen und Anteilseigner Casinos Austria AG
Anteilseigner der Lotto-Toto Holding GmbH
NOVOMATIC
*) Anmerkung: Prof. Gustaf Adolf Jakob Neumann ist zwischenzeitlich der älteste Verleger der Welt, welcher durchgehend – seit 1945 ohne Unterbrechung - sein Wochenblatt "Echo" herausgibt; auch heute noch (www.klosterneuburgerzeitung.at)!
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Liste aller von uns besuchten Standorte mit illegalem Livegame...
Welche Erzeuger und Typen von Geldspielgeräten sind auf illegalen Standorten ohne gültige Konzession vertreten?
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Geheime Besichtigung des KAJOT Standortes in Linz in der Hasnerstraße mit versteckter Kamera
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