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Spielsucht

 

 

Responsible Gaming

Erfolgreich gelebte soziale Verantwortung ist stets untrennbar mit dem Kernbereich unternehmerischer Aktivität verbunden. Glücksspiel ist eine Freizeitbeschäftigung, die Unterhaltung und Spaß bieten und dem Kunden eine vergnügliche Zeit in angenehmem Ambiente bereiten soll. Glücksspiel ist aber auch eine sensible Thematik, die – so wie viele andere Verhaltensweisen – prinzipiell geeignet ist, in ein problematisches, manchmal sogar in ein Suchtverhalten abzugleiten.

Unserer Unternehmensgruppe ist sich der Sensibilität der Thematik seit Anbeginn ihres Bestehens bewusst und im Bereich der Entwicklung und Anwendung von Spielerschutz und Präventionsmaßnahmen Vorreiter. Im Fokus unserer Bemühungen stehen dabei seit jeher Maßnahmen der Hilfe zur Selbsthilfe. Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Verantwortung, jenen Kunden, die ein kritisches oder problematisches Spielverhalten an den Tag legen, mit Beratungs- und Informationsangeboten unterstützend zur Seite zu stehen.

Damit wir diesen Anspruch bestmöglich erfüllen können, haben wir auch im Berichtsjahr 2009 vielfältige Maßnahmen in den unterschiedlichsten Bereichen gesetzt.

Einen Schwerpunkt unserer Aktivitäten im Bereich Responsible Gaming, dem verantwortungsvollen Spielen, stellte im Berichtsjahr die Ausbildung und Schulung unserer Mitarbeiter dar, mit dem Ziel, ihnen die Kompetenz zu vermitteln, problematisches Spielverhalten frühzeitig zu erkennen und unkontrolliertem Spiel entgegenzuwirken.

Der Schlüsselrolle unserer Mitarbeiter vor Ort wurde durch die erstmalige flächendeckende Einsetzung von Präventions- und Spielsuchtbeauftragten in ganz Österreich, deren besonderer Fokus die Wahrnehmung von Aufgaben in den Bereichen Spielerschutz und Spielsuchtprävention ist, Rechnung getragen. Damit wurde ein ganz wesentlicher Schritt auch auf der organisatorischen Ebene und in den einzelnen Zuständigkeitsbereichen in unseren Betriebsstätten getätigt. Die Präventionsbeauftragten fungieren als regionale Ansprechpartner für diesen Bereich und bilden die Schnittstelle zur Stabsstelle Corporate Social Responsibility.

Im Rahmen des im November 2009 veranstalteten Responsible Gaming Symposiums im Novomatic Forum erwartete die neu eingesetzten, aus ganz Österreich angereisten, Präventionsbeauftragten ein ausführliches Programm:

Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Musalek, ärztlicher Leiter des Anton Proksch Instituts Wien, hielt einen Impulsvortrag zum Thema „Wie erkenne ich einen Spielsuchtkranken? Zur Früherkennung der Spielsucht“. Er erläuterte unter anderem den Weg in die Sucht, der vom Gebrauch über problematischen Gebrauch zum Missbrauch bis hin zur Suchterkrankung führen kann. Exzessives Spielen führt – wie man zwischenzeitig in der herrschenden Lehre weiß – nicht monokausal zu in der herrschenden Lehre weiß – nicht monokausal zu Abhängigkeit. Hierfür sind weitere psychosoziale und multifaktorielle Dispositionen ausschlaggebend.

Anschließend wurden im Rahmen von interaktiven Workshops mit den Spielsuchtbeauftragten aktuelle Probleme im Umgang mit problematischen Spielern erarbeitet und Lösungsmodelle diskutiert.

Dr. Izabela Horodecki, Fachleiterin der Spielsuchthilfe Wien, referierte im Anschluss daran über das Thema „Wie hilft die Spielsuchthilfe Spielsüchtigen?“ und berichtete über Interventionsmöglichkeiten, die sich nach dem jeweiligen Stadium der Veränderungsmotivation richten sowie über Ziele und Themen in der Angehörigenberatung.

NOVOMATIC hat frühzeitig erkannt, dass durch Weiterbildungs- und Trainingsmaßnahmen ein Wandel von der früheren bloßen Aufsicht hin zur Fachkraft, die den Spieler auch beraten und betreuen kann, stattfinden sollte. Dies ist auch der Grund, warum wir zukünftig die Schulungsaktivitäten auf diesem Sektor kontinuierlich weiterführen werden. So wird das Responsible Gaming Symposium zu einem jährlichen Fixpunkt im konzerninternen Ausbildungsprogramm werden, des Weiteren werden die neuen Präventionsbeauftragten zusätzliche und vertiefende Trainings in diesem Bereich erhalten.

Suchtkrankheit ist ein komplexes Geschehen, das durch das Zusammenspiel von verschiedenen von außen und innen wirksamen körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren sowie deren Bedeutung und der Bedeutung der Krankheit selbst bedingt ist.

Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Musalek

Prävalenz der Glücksspielsucht

Untersuchungen zur Prävalenz, also dem prozentualen Auftreten von Glücksspielsucht in einer Bevölkerung, zeigen, dass die Glücksspielsucht im Vergleich zu anderen, substanzgebundenen oder -ungebundenen Süchten im unteren Bereich rangiert.

Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. nennt in einem Memorandum vom März 2007 folgende Prävalenzen für pathologisches Glücksspiel in nebenstehend angeführten europäischen Ländern.

Zum häufig herangezogenen – auf den ersten Blick schlüssig erscheinenden – Kausalzusammenhang einer Zunahme der Glücksspielsucht durch ein Mehrangebot an Spielmöglichkeiten ist festzustellen, dass ein von der renommierten British Gambling Commission in ihrem „British Gambling Prevalence Survey 2007“ angestellter Vergleich des Glücksspielangebots der Jahre 1999 und 2007 und einer sich möglicherweise daraus ergebenden Zunahme an pathologischen Spielern zum Ergebnis hatte, dass trotz Zunahme des Glücksspielangebots die Prävalenz gleich geblieben war. Neue Formen von Glücksspiel bewirkten lediglich eine Verschiebung von Glücksspielaktivitäten, aber keinen Gesamtanstieg.

Ein Vergleich von Prävalenzzahlen verschiedener Länder ist jedoch aufgrund der unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen schwierig. Teils unterscheiden sich auch die angewandten Analysemethoden und Kriterienraster deutlich. Epidemiologische Untersuchungen mit international standardisierten und validierten Instrumenten fehlen bislang.

Rechtssicherheit und Spielerschutz durch strenge, regulatorische Rahmenbedingungen

Wir sind davon überzeugt, dass bei einer entsprechenden Gestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen für Glücksspiele, einhergehend mit auf Prävention zielender Information und Aufklärung der Spielgäste sowie durch strenge Zutrittskontrollvorkehrungen und der Etablierung einheitlicher Spielerschutzstandards ein Teil der mit übermäßigem Glücksspielen verbundenen Probleme verhindert werden kann.

Zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Berichts befand sich die Novellierung des österreichischen Glücksspielgesetzes im Abstimmungsprozess. Eine finale Version des Gesetzesentwurfs lag noch nicht vor.

Unsere Position dazu ist klar: Höchste Spielerschutzstandards, klar geregelte Zutrittskontrollen und transparente Regeln für alle Marktteilnehmer sind notwendige Voraussetzungen für einen funktionierenden Spielerschutz. Rechtssicherheit ist entscheidend für die Zurückdrängung des illegalen Glücksspiels. Wir begrüßen daher die Bemühungen der politischen Entscheidungsträger, ein modernes Glücksspielgesetz für Österreich zu schaffen, das all diese Ansprüche umsetzt.

Das NOVOCARD Ampelsystem

Das in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Wien konzipierte NOVOCARD Ampelsystem startete im Jahr 2008 als Pilotprojekt und wurde im Berichtsjahr einer eingehenden Analyse unterzogen. Es handelte sich hier um eine erstmalige Evaluation eines Präventionskonzeptes im Bereich Automatenspiel mit Zutrittskontrolle auf Basis einer statistisch- empirischen Auswertung. Die Evaluierung kam zu dem erfreulichen Ergebnis, dass das Ampelsystem als hoch sensitiv und die Rückfallsquote als gering zu bezeichnen ist.

Da das System ein „lebendes“ und sich ständig weiterentwickelndes System für uns darstellt, werden in einer eigenen konzerninternen Projektgruppe regelmäßig Optimierungsmaßnahmen diskutiert und in der Folge implementiert. Eine externe technische Befundung des Systems durch das Prüflabor Gaming Laboratories International bescheinigt, dass das Novocard System auf dem aktuellen Stand der Technik ist und höchstmögliche Datensicherheit und Ausfallsicherheit gewährleistet.

Im Zuge der technischen Überprüfung des Systems wurde nun eine zusätzliche Sicherheits- und Spielerschutzmaßnahme eingezogen: Es ist einem Filialmitarbeiter ausnahmslos nicht mehr möglich, auf Wunsch eines Kunden, die eigenhändige Aufhebung einer von diesem selbst gewählten Zutrittssperre zu veranlassen. Ist ein derartige Selbstsperre (sog. „freiwilliger Zutrittsverzicht“) von einem Kunden für eine bestimmte Dauer verfügt worden, wird diese Sperre vom elektronischen System erst nach Ablauf des gewählten Sperrzeitraumes aufgehoben. Mit der Möglichkeit der Selbstsperre folgen wir – über die gesetzliche Anforderung hinaus – unserem Grundsatz, die Selbstverantwortung unserer Kunden zu stärken.

Damit jeglicher Missbrauch unseres Systems soweit wie möglich ausgeschlossen werden kann, sind unsere Mitarbeiter angehalten, auch nur beim geringsten Zweifel über die Zutrittsberechtigung eines Kunden eine Überprüfung des Ampelstatus des betreffenden Karteninhabers durchzuführen. Regelmäßiges „Mysteryshopping“ durch eigens beauftragte, externe Tester stellt in diesem Zusammenhang eine wichtige, qualitätssichernde Maßnahme dar, die wir weiterhin durchführen werden.

Responsible Gaming International

Auch in vielen ausländischen Märkten, in denen wir operativ tätig sind, sind wir Vorreiter auf dem Gebiet Responsible Gaming und setzten im Berichtsjahr proaktiv umfassende Maßnahmen zum Spielerschutz:

In Kroatien und Serbien beispielsweise kooperieren wir mit namhaften Experten im Bereich der Abhängigkeitserkrankungen, haben kostenfreie Helplines installiert, die von diesen Experten professionell betreut werden und leisten einen gewichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und Aufklärung zum Thema pathologisches Glücksspiel: wir stellen umfassende Informationsmaterialien zum Thema zur Verfügung und legen es in allen unseren Spielsalons zur freien Entnahme auf. Darüber hinaus unterstützen wir Hilfseinrichtungen, wie z.B. „KLOK“ (übersetzt: „Club der Spielabhängigen“ – eine Art Selbsthilfegruppe), die einen niederschwelligen Zugang für Betroffene und Angehörige zum Thema ermöglicht.

Im Zuge dieser Maßnahmen erhielten unsere Mitarbeiter vor Ort natürlich eine eingehende Information und Schulung zu dieser Thematik.

Mittelfristig ist es unser Ziel, unsere länderspezifischen Responsible Gaming-Programme weiter auszubauen, das Kompetenznetzwerk zum Thema Spielsucht laufend zu erweitern und das Zutrittskontrollsystem Novocard beständig zu evaluieren und weiter zu verbessern.

Als Schülerberater bin ich für das psychische Wohlbefinden unserer rund 640 Schülerinnen und Schüler verantwortlich. Nachdem mir nun einige Fälle von Spielsucht (teilweise gekoppelt mit Internetsucht) bekannt geworden sind, bin ich bezüglich Beratung und Gefährdung auf die Seiten von NOVOMATIC gestoßen. Diese haben sich als sehr, sehr nützlich erwiesen. Einiges an Material habe ich sowohl für die Information der Kollegen als auch für Erstgespräche mitverwendet. Für diese Information möchte ich Ihnen und dem Team herzlich danken.

Schülerberater eines Wiener Bundesgymnasiums

Jahresfinanzbericht 2009 – Bereich Responsible Gaming
pdf Dokument, 5,76 MB

http://www.gluecksspielsucht.at/

 

Anhaltspunkte für Spielsucht

  • Sie verspielen dauerhaft mehr Geld als geplant
  • Sie leihen sich Geld, um zu spielen – oder verspielen Geld, das Ihnen nicht gehört
  • Sie haben nach dem Spielen ein schlechtes Gewissen
  • Sie verheimlichen Ihren Angehörigen und Freunden das tatsächliche Ausmaß
    Ihrer Spieleinsätze bzw. Verluste oder das Spielen überhaupt
  • Sie vernachlässigen wegen des Spielens Ihre sozialen Kontakte.
  • Ihre Arbeit leidet durch das Spiel
  • Sie erkennen, dass Sie sich selbst – und anderen – Schaden zufügen und spielen trotzdem weiter

 

 

Beachten Sie beim Glücksspiel folgende Regeln

  1. Glücksspiel ist kein Ersatz für Erwerbsarbeit. Spielen Sie nur zur Unterhaltung!
  2. Achten Sie darauf, dass die Teilnahme an Glücksspielen zu anderen Freizeitaktivitäten in einem ausgewogenen Verhältnis steht.
  3. Spielen Sie besser nicht, wenn Sie extrem gestresst, deprimiert oder in anderer Weise stark belastet sind.
  4. Spielen Sie nicht unter Einfluss von Alkohol oder Medikamenten.
  5. Spielen Sie nur um Beträge, die Sie im Rahmen Ihrer finanziellen Möglichkeiten für Ihre Freizeit und Unterhaltung eingeplant haben.
  6. Legen Sie schon bei Beginn ein Limit für jene Beträge fest, die Sie einsetzen wollen. Dies sollte in einem vernünftigen Verhältnis zu Ihren finanziellen Möglichkeiten stehen und ausnahmslos nicht überschritten werden.
  7. Gehen Sie keine höheren Risiken ein, um frühere Verluste auszugleichen.
  8. Setzen Sie sich ein Zeitlimit und halten Sie sich daran.
  9. Machen Sie regelmäßig Spielpausen.

Quelle: www.spiele-mit-verantwortung.at

 

Selbsttest

Bin ich spielsüchtig? (Dieser Test ist ein Angebot von www.spiele-mit-verantwortung.at)

 

Links zu Spielerschutzorganisationen

Nützen Sie das Angebot anonym und kostenlos.

Wien

Niederösterreich

  • Selbsthilfegruppe Anonyme Spieler
    Leopold Gattringer Straße 85 (Eingang Alois Raminger Straße)
    2345 Brunn am Gebirge
    Telefon: +43 (660) 123 66 74
    E-Mail: shg@anonyme-spieler.at
    Webseite: www.anonyme-spieler.at
  • Suchtberatung Baden – Anton-Proksch-Institut
    Helenenstraße 40/41 (vis-a-vis Strandbad)
    2500 Baden
    Tel.: +43 (2252) 25 94 47
    E-Mail: baden@api.or.at
  • Suchtberatung Wiener Neustadt – Anton-Proksch-Institut
    Langegasse 18
    2700 Wr. Neustadt
    Tel: +43 (2622) 32 007
    E-Mail: wr.neustadt@api.or.at

Oberösterreich

Kärnten

Steiermark

  • Suchtberatungsstelle „BAS“
    Betrifft Abhängigkeit Sucht
    Steirische Gesellschaft für Suchtfragen
    Dreihackengasse 1
    8020 Graz
    Tel.: +43 (316) 82 11 99
    E-Mail: office@bas.at
    Internet: www.bas.at

Salzburg

  • Universitätsklinikum für Psychiatrie
    und Psychotherapie II/Suchtmedizin
    Christian-Doppler-Klinik
    Ignaz-Harrerstr. 79
    5020 Salzburg
    Tel.: +43 (662) 44 83-4603
    E-Mail: n.thon@salk.at
  • Institut Glücksspiel & Abhängigkeit
    Emil-Kofler-Gasse 2
    5020 Salzburg
    Tel: +43 (662) 87 40 30
    E-Mail: office@game-over.at Internet: www.game-over.at

Tirol

  • Contra Gambling
    Psychiatrische Ambulanz der Universität Innsbruck
    Anichstraße 35
    6020 Innsbruck
    Tel.: +43 (512) 504 236 57
    Tel.: +43 (050) 504 490-23
    E-Mail: regina.prunnlechner@uki.at
  • Verein BIN
    Beratung – Information – Nachsorge
    Schmiedtorgasse 5
    6060 Hall
    Tel.: +43 (5223) 53 6 36
    E-Mail: hall@bin-tirol.org
    Internet: www.bin-tirol.org
  • Therapie- und Gesundheitszentrum Mutters
    Nockhofweg 23
    6162 Mutters
    Tel.: +43 (050) 504 490 (Ortstarif)
    E-Mail: info.tgm@uki.at

Vorarlberg