2010
07.01.

Glücksspiel - Die häufigsten Irrtümer


07.01.2010 | Redaktion Spieler-Info

Sogar in großen Ländern, in denen das Betreiben von Glücksspiel und die Teilnahme am Glücksspiel unter schwerster Strafandrohung bis hin zur Todesstrafe steht, gibt es riesige illegale Lotterien, Wetten, Automatenhallen und geheime Casinos. Nachweislich RICHTIG ist: Das Glücksspiel muss vom Staat streng kontrolliert, gesetzlich geregelt und ordnungspolitisch überwacht werden. Zum Schutze der Bürger, der Konsumenten, aus sozialen, ethnischen und fiskalischen Gründen.

Pokerspiel
Pokerspiel ; Bild: iStockphoto
Weder der Bund noch die Länder noch Behörden können DERZEIT diesem Treiben wirkungsvoll begegnen. Das Resultat: Schwerer wirtschaftlicher Schaden durch Betrug, am Spieler (unkontrollierte Spielprogramme), Geldwäsche, Steuerbetrug mit allen Folgeschäden, wie Korruptionsanfälligkeit.

Es bildeten sich in jenen Bundesländern, in denen das "Kleine Glücksspiel" verboten ist, metastasengleich große, vertikal aufgebaute Netzwerke: Vom "Hinterhof"-Erzeuger, zumeist Initiator, von illegalen Geldspielautomaten bis zu deren Einsatz im "konzernverbundenen" Netzwerk in illegalen Casinos, laut Bundesministerium für Finanzen illegalen "Poker-Casinos", illegalen Automatensalons und illegaler Einzelaufstellung in Tankstellen, Gastronomiebetrieben etc.

Franchise - schnelles Geld auf dem Rücken anderer

Sogar "Franchise-Systeme" wurden und werden aufgezogen und permanent erweitert.

Mit Hilfe der Franchise-Systeme werden gutgläubige kleine Gewerbetreibende zu "Investorenrdquo; gemacht , welche ihr Kapital, ihre Reputation einsetzen, um zu schnellem Cash zu gelangen, ohne das Geld der wahren Urheber zu beanspruchen.

Resultat: Es haben sich schwerpunktartig "Blasen" illegalen Glücksspiels gebildet, welche im Untergrund zu gigantischer Größe angewachsen sind - mit hunderten Millionen Euro Umsatz pro Jahr - vorbei an den Behörden, am Fiskus, denen Spieler unkontrolliert ausgeliefert sind.

Spielsucht
Spielsucht; Bild: iStockphoto
Wer meint, dass Personen, welche sich dem illegalen Glücksspiel in großem Stil hingeben, Automaten erzeugen, diese selbst "vermarkten" und sich über alle Gesetze hinwegsetzen, Spielprogramme entwerfen, die "korrekt" laufen, ist naiv. Die Abzocke endet NICHT beim Fiskus, sondern trifft DIREKT und schutzlos die Konsumenten/Spieler.

RICHTIG ist die möglichst rasche, bundesweit gültige Novellierung des veralteten österreichischen Glücksspielgesetzes mit strengsten Bestimmungen, welche der modernen Zeit angepasst ist.

Mit SPIELERSCHUTZ, welcher für ALLE Betreiber Gültigkeit hat, wirkungsvollen behördlichen Kontrollen und wirkungsvollen fiskalischen Rahmenbedingungen. Diese müssen marktkonform und realistisch sein, damit die LEGALEN Betreiber in der Lage sind, den Markt mengenmäßig kontrolliert und eingeschränkt zu beherrschen, andererseits auch im Glücksspielmarkt KEINEN Platz für ILLEGALE Anbieter zu belassen.

Diese krebsartigen Glücksspielgeschwüre dominieren einen Markt - gleich wo auf der Welt - innerhalb kurzer Zeit. Das wirkungsvolle GEGENGIFT sind strenge Glücksspielgesetze mit klaren ordnungspolitischen Rahmenbedingungen, welche den legalen Anbietern die Marktbeherrschung gestatten, ohne zu stark verbreitet zu sein.

Beispiel mustergültiger Glücksspielgesetze: Die Schweiz

In der Schweiz hat der Staat seit Jahren das Glücksspiel streng reguliert und scharfe Bestimmungen zum Schutze der Konsumenten sowie strenge Einschränkungen und Kontrollen gegenüber Betreibern erlassen. Andererseits wird das "de facto Staatsmonopol" in der Schweiz (wie es auch der EuGH aktuell vorschreibt, obwohl bekanntlich die Schweiz nicht Mitglied der EU ist) nur regulatorisch eingesetzt und lässt mehrere, öffentlich und europaweit ausgeschriebene Konzessionen - gestaffelt nach strengen Kriterien - zu. Der Staat beschränkt sich auf die Kontrolle des Glücksspiels.

Resultat: In der Schweiz gibt es kein merkbares illegales Glücksspiel - weder stationär noch online! International tätige Glücksspielbetreiber erhielten Konzessionen in verschiedenen Kantonen/Städten. Diese Konzessionen sind teilweise "großes Spiel", teilweise in Bezug auf Spieleinsatz und Gewinn vernünftig limitiert. Der Konsument ist streng geschützt, der Staat (die Länder, die Kommunen, sogar soziale Organisationen und Sportvereine) sind die Nutznießer.

Siehe dazu auch Spielsucht in der Schweiz

Dieses Thema geht an der Realität vorbei.

Eher haben Jugendliche in Trafiken etc. spontane Erstkontakte mit oftmals überzogener, in Augenhöhe der Jugendlichen und allgemein zugänglichen Werbeangeboten für Brieflose, Lotto etc.

GESCHÜTZT werden müssen vielmehr erwachsene, mündige Spieler vor fehlerhaften oder bewusst betrügerisch aufgebauten Computerspielprogrammen werden. Die Zugangskontrolle und die Beobachtung auffälliger Spieler ist ZENTRALES Anliegen, aus sozialen und ordnungspolitischen Gründen. Auch das wäre die Aufgabe einer raschen Novellierung des österreichischen Glücksspielgesetzes mit Schaffung einer durchsetzungsfähigen, landes- oder bundesweiten Spezialtruppe, welche diese neuen Gesetze überwacht und durchsetzt.



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