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Kleine Zeitung: Illegale sollten sich nicht spielen dürfen. Interview mit Prof. Gert Schmidt, Herausgeber und Chefredakteur von „Spieler-Info“

"Keine manipulierte Registrierkasse kann so viel Schaden anrichten wie ein illegales Spiellokal, in dem es weder Spielerschutz noch Jugendschutz gibt. " - Montage © Spieler-Info.
„Keine manipulierte Registrierkasse kann so viel Schaden anrichten wie ein illegales Spiellokal, in dem es weder Spielerschutz noch Jugendschutz gibt. “ – Montage © Spieler-Info.

Glücksspielexperte Prof. Gert Schmidt zeigt auf seiner Website auf, wo illegales Glücksspiel gedeiht.

Interview mit Prof. Gert Schmidt, Kleine Zeitung, 10.11.2017.
Interview mit Prof. Gert Schmidt, Kleine Zeitung, 10.11.2017.

Prof. Gert Schmidt kennt nicht nur die Schäden, die illegales Glücksspiel anrichtet, sondern hat auch konkrete Lösungsvorschläge, um es zu stoppen.

Kleine Zeitung: Auf Ihrer Website www.spieler-info.at zeigen Sie auf, wo und von wem illegales Glücksspiel angeboten wird. Wie ist die Lage in Kärnten?

Gert Schmidt: In Kärnten reduziert sich das Angebot langsam, es ist aber noch ein harter Kern übrig. Auch diese wenigen Lokale richten enormen Schaden an, wenn man bedenkt, dass ein illegal aufgestellter Automat zwischen 6.000 und 10.000 Euro Gewinn pro Monat einbringt. Von dieser Summe würde ein legaler Betrieb 45 Prozent an Steuern zahlen.

Warum lassen sich diese Lokale nicht einfach schließen?

Zum Einen sind das schlaue Burschen, die ein raffiniertes System betreiben – etwa nach außen hin ein legales Wettbüro und ein VIP-Hinterzimmer zu dem nur persönlich bekannte Gäste Zutritt haben. Zum Anderen ist leider die Gesetzeslage im Bereich des illegalen Glücksspiels alles andere als ideal. Betriebe müssen erst nach wiederholtem Gesetzesverstoß gesperrt werden. Mir ist ein Fall bekannt, in dem ein Lokalbetreiber 17 Mal wegen Verstößen angezeigt wurde, und der Betrieb läuft noch immer.

Wie ist so etwas möglich?

Der Betreiber erhebt Einspruch gegen den Bescheid, dass er zusperren muss. Das geht in die nächste Instanz und kann sich jahrelang hinziehen. In dieser Zeit haben die Lokalbetreiber Grund zum Feiern, denn sie müssen keine Kontrollen fürchten, so lange ein Verfahren läuft. Sie können derweil in Ruhe ein neues Unternehmen aufmachen. Darum wären nur eine rasche Betriebssperre und damit ein Abdrehen der Geldquelle wirksam.

Was halten Sie von der Initiative von Landesrat Darmann, der auf der Website des Landes zur Meldung von illegalen Spielstätten aufruft?

Die Seite ist sehr lobenswert, allerdings nutzen Hinweise nur beschränkt etwas, denn die Finanzpolizei benötigt dringend eine größere Truppe im Kampf gegen das illegale Glücksspiel. Die Politik müsste hier gezielt einen Schwerpunkt setzen. Keine manipulierte Registrierkasse kann so viel Schaden anrichten wie ein illegales Spiellokal, in dem es weder Spielerschutz noch Jugendschutz gibt. Bei legalen Betrieben kann man heutzutage nur mit nachgewiesener guter Bonität spielen. Bei den Illegalen fängt das Geschäft hingegen erst an, wenn sich ein Spieler verschuldet hat und ihm zu Wucherzinsen Geld geliehen wird.

Rasche Betriebssperren, stärkere Finanzpolizei – was könnte noch getan werden?

Eine Möglichkeit wäre es, den Vermieter eines Spiellokales mit in die Verantwortung zu nehmen. Denn alle können davonrennen, nur der Hausbesitzer nicht. Wenn hier die Beitragstäterschaft geltend gemacht würde, würde niemand mehr an die Betreiber illegaler Spielstätten vermieten.

Nähere Informationen zum illegalen Glücksspiel finden Sie auf www.spieler-info.at.

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