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Studie „Nutzung von (Online-) Glücksspielen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Österreich“ veröffentlicht

Studie „Nutzung von (Online-) Glücksspielen bei Jugendlichen Der Zugang zu Wetten und Glücksspielen gestaltet sich heute so einfach wie selten zuvor. Wer um Geld spielen möchte, muss dafür in kein Casino mehr gehen sondern kann stattdessen eines der zahlreichen Wettbüros oder Automatencasinos besuchen.


Zusätzlich hat die zunehmende Digitalisierung dazu geführt, dass auch im Internet immer neue Glücksspiel- und Wettportale verfügbar werden, bei denen man sich längst auch über mobile Endgeräte einloggen kann. Trotz der Dringlichkeit des Themas war für Österreich bisher kein umfassendes empirisches Datenmaterial zur Nutzung von Wett- und Glücksspielangeboten durch Jugendlichen und junge Erwachsenen verfügbar.

Die vom Institut für Jugendkulturforschung, der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft (KJA) und Saferinternet.at nun vorgestellt Studie „Nutzung von (Online-) Glücksspielen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Österreich“ liefert nun erstmals Grundlagendaten zur Rolle von Offline- und insbesondere auch Online-Glücksspiel in den Lebenswelten Jugendlicher und junger Erwachsener in Österreich.

Direkte und indirekte Erfahrungen mit Glücksspielen auf hohem Niveau

Glücksspiele und Sportwetten nehmen einen festen Platz im Alltag Jugendlicher und junger Erwachsener ein. 9 von 10 der 1.000 repräsentativ befragten 12- bis 24-jährigen kommen im Freundeskreis oder in der Familie damit in Berührung.

Casinobesuche oder Lotteriespiele der Eltern oder privat organisierte Pokerabende im Freundesumfeld sind in Österreich keine Nischen- sondern weit verbreitete Freizeitbeschäftigungen. Dementsprechend hoch ist auch der Anteil jener jungen ÖsterreicherInnen, die auch selbst schon einmal bei einem kommerziellen Anbieter oder im privaten Rahmen gespielt oder gewettet haben. 7 von 10 haben Erfahrungen mit Pokerrunden oder Wetten im privaten Umfeld, 44% haben schon einmal ein glücksspielähnliches aber echtgeldfreies Angebot im Internet genutzt. In diese Kategorien fallen Spiele, die sich glücksspielähnlicher Mechaniken bedienen, die aber eben
ohne Einsatz von echtem Geld auf Spieleportalen mit kostenfreien Onlinegames im Internet/per Smartphone gespielt werden. Darüber hinaus haben rund drei Viertel der Befragten schon mindestens einmal Geld bei einem kommerziellen Anbieter eingesetzt, wobei zwei Drittel eine Lebenszeitprävalenz bei Lotteriespielen aufweisen und 18% schon mindestens ein Mal auf ein Sportereignis gewettet haben. Ein Drittel hat Erfahrungen mit Casionspielen oder Automaten gesammelt.

Hohes allgemeines bei geringem individuellen Risikobewusstsein

Dass Glücksspiele Gefahren und Risiken bergen, wissen die jungen ÖsterreicherInnen. 9 von 10 sehen die damit verbundenen finanziellen Risiken, drei Viertel sagen, dass sich pathologisches Glücksspiel negativ auf das soziale Umfeld auswirken kann – wenn etwa
SpielerInnen vereinsamen, weil sie nichts als das Spielen im Kopf haben oder damit Partnerschaften und Familienbeziehungen gefährden.

Gefährdet: Männlich, 18 bis 24 Jahre, niedrige bzw. mittlere Bildung

Für regelmäßiges Wetten und Glücksspielen bei kommerziellen Anbietern um Geld sind vor allem männliche Jugendliche und junge Erwachsene mit niedriger bzw. mittlerer Bildung im Alter von 18 bis 24 Jahren anfällig. So spielen rund 15% der männlichen Befragten
wöchentlich, unter den weiblichen Befragten sind es weniger als 5%. Deutliche Unterschiede zeigen sich außerdem zwischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit niedriger bzw. mittlerer Bildung und solchen mit höherer Bildung. Spielen in der ersten Gruppe 14%
wöchentlich, sind es in der zweiten Gruppe 6%.

Eine/r von 10 Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielt mindestens einmal in der Woche ein Online- und/oder Offline-Angebot mit Geldeinsatz. Das regelmäßige kommerzielle Spiel nimmt mit ansteigendem Alter zu: Während in der Gruppe der unter 18-jährigen weniger als 5% mindestens einmal wöchentlich Wett- und Glücksspielangebote nutzen, sind es bei den 18- bis 24-jährigen schon 14%.

Echtgeldfreie Angebote als „Einstiegsdroge“

Was riskantes Spielverhalten betrifft, gibt die hohe Akzeptanz von echtgeldfreien Angeboten im Internet zu denken. Solche Spiele bergen die Gefahr, ihre jungen NutzerInnen spielerisch mit Echtgeldangeboten vertraut und auf diese neugierig zu machen. Besonders alarmierend sind hier die Nutzungszahlen unter den Minderjährigen – also gerade jener Gruppe, denen Casino- und Automatenspiele per Gesetz verboten sind. 15% der 12- bis 17-jährigen nutzen zumindest einmal pro Monat ein echtgeldfreies Online-Angebot. Besonders beliebt sind dabei Onlinepoker und glücksspielautomaten-ähnliche Angebote.

Risikobewusstsein der Jugendlichen und jungen Erwachsenen stärken

Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass keine endemische Gefährdung von jungen Menschen durch Wett- und Glücksspielangebote vorliegt. Dennoch bergen der lockere Umgang und die massive Alltagspräsenz solcher Angebote die Gefahr, dass Jugendliche und junge Erwachsene schon in jungen Jahren „angefixt“ werden. Die Selbstverständlichkeit im Umgang mit Wetten und Glücksspielen kann in Folge dazu führen, dass die betroffenen Jugendlichen später ein problematisches Wett- und Glücksspielverhalten entwickeln.
Deswegen ist es notwendig, schon früh Maßnahmen zu ergreifen, um pathologischem Glücksspielverhalten vorzubeugen.

Die Studie steht als freier Download zur Verfügung.
 

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