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Kleines Glücksspiel: SPÖ spielt auf Zeit

Kleines Glücksspiel: SPÖ spielt auf ZeitUniv.-Prof. Herwig Scholz, österreichweit renommierter Suchtexperte, präsentierte am 25. Juni in einer Diskussionsveranstaltung in Graz ihm vorliegende Zahlen und Daten: 1,5 % der Bevölkerung haben ein erhebliches Problem mit der Spielsucht. In der Steiermark ist die Zahl der Betroffenen am höchsten.

15 Prozent der Betroffenen leiden unter schweren Depressionen; mehr als 40 % der Spielsüchtigen sind auch alkoholabhängig und fast alle sind verschuldet. Besonders betroffen sind die Kinder von Spielern. Diese haben schlechtere Startchancen für ihr Leben, da es meistens schwere finanzielle Probleme in den Familien gebe – so Univ.-Prof. Herwig Scholz.

Auch die Beschaffungskriminalität ist erschreckend, beinahe täglich ist in den Medien von Straftaten zu lesen, die dazu dienen, die Spielsucht zu finanzieren.

KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler stellt in der Fragestunde im Rahmen der Landtagssitzung am 2. Juli an LH Voves die Frage, wie er als Landeshauptmann in der Frage „Kleines Glücksspiel“ – auch vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus dem Kleinen Glücksspiel im Bundesland Wien – vorgehen möchte.

Spielerschutz nur in NÖ optimal

Spielerschützer und Medien sind immer wieder der Meinung, der Zugang zu Geldspielgeräten sei österreichweit gesetzlich geregelt. Derzeit ist der Gesetzgeber dieser wichtigen Regelung zum Schutz des Spielers extrem säumig.

Mit der jüngsten Novellierung des Glücksspielgesetzes wurden auch weltweit vorbildhafte, strengste Zugangsregelungen festgelegt. In der Praxis werden diese Regelungen und Zugangsbeschränkungen erst seit einigen Monaten und ausschließlich in Niederösterreich bei Admiral Spielstätten umgesetzt.

In diesen Spielstätten können Gäste nur nach strenger Kontrolle, Legitimierung, Ausstellung einer Spielerkarte mit Foto und Zeitbeschränkung in den Automatenbereich.

Umsetzung in Bundesländern hinkt hinterher

Auf der anderen Seite gibt es noch immer die große Anzahl legaler Geldspielgeräte z.B. in Wien, der Steiermark und Kärnten, welche diesen Zugangsbeschränkungen nicht entsprechen.

Weil der Gesetzgeber die Glücksspielnovellierung in den Bundesländern nur zögerlich umsetzt, spielen legale, aber insbesondere auch das große Heer der illegalen Geldspielgeräte ohne jegliche Kontrolle und Zugangsbeschränkungen.

Bild: La-Liana/www.pixelio.de

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