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Thema Glücksspiel im ORF: Wo bitte bleibt die Objektivität?

Mehrere hunderttausend ORF-Seher sahen am 10.5.2011 eine ihrer liebsten, weil „vertrauenswürdigsten“ Sendungen des ORF – die ZIB 1 um 19.30. Mit jährlich rund 280 Euro bezahlt der geneigte ORF-Seher die „Objektivität“ der ORF-Berichterstattung. Die besten Journalisten des Landes drehen die größte Medienorgel Österreichs.

[[image1]]Der ahnungslose Zuseher staunt nach mehreren Minuten über die grassierende Spielsucht und die bösen Geldspielautomaten.Informierte Spieler-Info.at-Leser staunten ebenfalls: Wo bitte bleibt die im Gesetz verankerte Objektivität des ORF, welche auch Basis für die beachtliche jährliche Zwangsgebühr an den ORF darstellt?Hier die wesentlichsten Verstöße gegen die wichtigsten journalistischen Regeln:

 

  • Im Bericht „Neue Glücksspiel-Studie“ wurde nicht deutlich darauf hingewiesen, dass die Studie vorwiegend von den österreichischen Lotterien ( www.lotterien.at / Die grossen 3 ) finanziert (wahrscheinlich auch initiiert) wurde.
  • Im Bericht wurde NICHT darauf hingewiesen, dass das neue Glücksspielgesetz seit Jänner 2011 – übrigens WELTWEIT einzigartig und vorbildlich – eine fixe monatliche Gebühr in Höhe von 0,1 % ALLER Glücksspiel-Bruttoumsätze zweckgebunden für Spielsuchtprävention einhebt.
  • Im Bericht wurde NICHT darauf hingewiesen, dass im BMF, bei Frau BM Fekter seit Monaten eine aktive Stabsstelle für Spielsuchtprävention eingerichtet ist. Die Leiter, Dr. Doris Kohl wird auch gemeinsam mit einem zu schaffenden Beirat die zweckgebundenen Gelder verwalten. Siehe: http://www.spieler-info.at/article/gluecksspiel-oesterreich-setzt-modernste-wirkungsvolle-spielerschutz-massnahmen
  • Im Bericht wurde NICHT darauf hingewiesen, dass das neue Glücksspielgesetz strengste Zugangsregelungen, zahlenmäßig starke Einschränkungen der Geldspielautomaten und zeitlich begrenzte Spielmöglichkeiten vorsieht. Ein Anruf bei beim Pressesprecher von Minister Fekter, Herr Mag. Gregor Schütze, hätte Klarheit verschafft.
  • Im Bericht wurde NICHT darauf hingewiesen, dass es in Österreich nach wie vor mehr als 5.000 illegale Geldspielgeräte gibt, welche trotz zahlreicher Strafanzeigen, trotz zahlreicher Strafverfahren, trotz zahlreicher Zivilverfahren teilweise in unmittelbarer Nähe einer Polizeistation munter weiter ILLEGALES Glücksspiel betreiben und Abgaben verkürzen. Siehe: http://www.spieler-info.at/illegal_gaming_machines
  • Im Bericht wurde NICHT darauf hingewiesen, dass es seit bald einem Jahr die vom ehemaligen Staatssekretär Lopatka ins Leben gerufene SOKO Glücksspiel mit ca. 120 (!) österreichweit tätigen Mitarbeitern gibt, welche auch schon zahlreiche Beschlagnahmen durchgeführt hat.
  • Im ORF-Bericht wurde der Chef der SOKO Glücksspiel, Dkfm. Müller, NICHT befragt, wie er weiter gegen das illegale Glücksspiel vorgeht.
  • Im ORF-Bericht wurde NICHT festgehalten und dargestellt, dass diese tausenden illegalen Geldspielgeräte die Hauptschuld am Bestehen der Automaten-Spielsucht haben, zumal die Computerprogramme der ILLEGALEN Spielautomaten völlig unkontrolliert und unfair arbeiten und auch fiskalischer Handlungsbedarf (Steuerverkürzung) besteht. Siehe: http://www.spieler-info.at/article/saftige-abgabennachforderungen-fuer-illegale-gluecksspielautomatenbetreiber
  • Im ORF-Bericht wurde z.B. Frau BM Fekter NICHT befragt, wie sie die SOKO noch schärfer vorgehen lässt, damit der Spielsucht bei ILLEGALEN Automaten Einhalt geboten wird und dem Fiskus jährlich nicht mehrere hunderte (!) Millionen Euro verloren gehen.
  • Im ORF-Bericht wurde NICHT darauf hingewiesen, dass im neuen Glücksspiel die ANBINDUNG an das Bundesrechenzentrum für strengste Kontrolle und fiskalische Ehrlichkeit geschaffen wurde.
  • Im ORF-Bericht wurde NICHT dargestellt, dass die österreichischen Lotterien, die Financiers dieser Studie, selbst eine Tochterfirma besitzen, welche als EINZIGE Firma in Österreich bundesweit Geldspielautomaten OHNE Limit, OHNE wesentliche Zugangskontrollen aufstellen und betreiben darf. (http://www.winwin.at/glueck/WW_hp.html )
  • Im ORF-Bericht wurde übrigens auch NICHT erwähnt, dass der ORF durchgerechnet mit sechs Prozent an den Österreichischen Lotterien beteiligt ist und den Wert dieser Beteiligung aktuell mit 40 Mio. Euro angibt, zudem sind die Lotterien einer der größten Werbekunden des ORF.
  • NICHT berichtet hat der ORF auch über laut Glücksspielgesetz verbotene Werbung im ORF für illegales Glücksspiel der Online-Anbieter!

 

Mit nur DREI Anrufen hätte die ORF-ZIB-1- Redaktion alle diese Informationen „vom Schreibtisch“ aus recherchieren können:

  1. Anruf im BMF bei Dr. Müller bzw. BM Fekter
  2. Anruf bei Spieler-Info.at
  3. Und, als Beispiel, Anruf bei anerkannten Anwälten, welche seit Jahren gegen das illegale Glücksspiel ankämpfen (Mag. Georg Streit, Kanzlei Höhne, In der Maur & Partner / Dr. Dieter Böhmdorfer) und Rechtsfachleute auf dem Sektor Glücksspiel und Konsumentenschutz sind.

Bleiben zum Schluss drei Fragen: Können sie es nicht? Wollen sie nicht? Oder dürfen sie nicht?Als gelernter Österreicher kennen wir alle die Antwort nur zu gut.

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